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Die Miasmen oder die Theorie der chronischen Krankheiten

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Die folgenden Seiten zur Theorie der Miasmen sowie Psora, Sykose und Syphilinie sind für Therapeuten mit der Spezialisierung “Klassische Homöopathie” gedacht.

 

Inhaltsverzeichnis:

Definition

Zusammenfassung der 3 Miasmen Psora- Sykose-Syphilis nach Hahnemann

Nosoden

siehe auch folgende Seite

Die Psora

Die Sycose - (Feigwarzenkrankheit , Folge der Gonorrhoe)

Die Syphilinie und ihrer Historie (mit den diversen Entstehungstheorien) und der Krankheitsverlauf

Viele Therapeuten in der Homöopathie arbeiten nach der Theorie der Miasmen. 

Woher kam diese Theorie?

Samuel Hahnemann (1755-1843) erkannte im Lauf seiner Therapien, dass chronisch kranke Patienten nicht durchgehend auf die Behandlung ansprachen. (s. auch Theorie des Haltepunktes, s. Burnett).  Er erforschte die Ursachen der Erkrankung von Menschen und entwickelte die Theorie der chronischen Krankheiten.

Was aber sind die chronischen Krankheiten oder auch Miasmen ( = Fleck, Fehler) ?

Hahnemann: § 78 des 6. Organons: “ Die wahren natürlichen, chronischen Krankheiten sind die, von einem chronischen Miasm entstandenen, welche sich selbst überlassen und ohne Gebrauch gegen sie spezifischer Heilmittel, immerdar zunehmen und selbst bei dem Besten, geistig und körperlich diätetischem Verhalten, dennoch steigen und den Menschen mit immerdar erhöhenden Leiden bis ans Ende des Lebens quälen. Sie sind gar imstande die Lebenskraft zu vertilgen...” .

Manche Therapeuten vergleichen die Lebenskraft mit unserem Immunsystem, manche mit der Verschmelzung des Körpers mit dem Geist und mit der Seele. Ich persönlich vergleiche die Lebenskraft mit unserem Immunsystem, das auch geprägt ist von der sozialen und pathologischen  kollektiven  Erbschaft der genealogischen Vergangenheit.

Wußte aber Hahnemann, dass es einen genetischen Fingerabdruck gibt ?  Sind Miasmen nicht genetische Defekte, die  über Generationen weitergegeben werden, Defekte, die sich immer wieder verändern? 

Vorauf ich hinaus will ist, dass Hahnemann das Organon 6. Mal überarbeitete. Wahrscheinlich sobald er aus der klinischen Erfahrung lernte, nahm er Änderungen vor. Wenn er noch länger gelebt hätte, hätte er es noch viele Male überarbeitet. Daher ist das Organon kein religiöses Buch, sondern ein theoretischer medizinischer Text. Hätte Hahnemann noch im Zeitalter der Genetik und Mikrobiologie gelebt, hätte er entsprechend das Organon überarbeitet sowie “die chronischen Krankheiten”.

Verschiedene Typen von Krankheiten haben verschiedenartige und verschieden große genetische Komponenten. Genetische Defekte, Mutationen, lösen Fehler in der Proteinbildung aus. Ein einziges fehlerhaft gebildetes oder fehlendes Protein kann ausreichen, um schwere Schäden im Organismus hervorzurufen.

Monogene Krankheiten sind durch einen Defekt in einem einzelnen Gen bedingt. Zur Zeit sind ca. 6.000 monogene Krankheiten bekannt, u.a. Mukoviszidose, Chorea Huntington, Muskelschwund und verschiedene Tumorerkrankungen. Monogene Krankheiten können vererbt werden.

Polygene Krankheiten gehen auf Defekte in mehr als einem Gen zurück. Ihre Pathomechanismen sind dementsprechend schwieriger zu verstehen. Auch die Rolle, die Vererbung hier spielt, ist noch nicht leicht zu klären. Alzheimer, Multiple Sklerose und Psoriasis werden zu den polygenen Krankheiten gerechnet. Bei manchen Krankheiten existieren monogene und polygene Formen nebeneinander, wobei die polygenen weit häufiger auftreten (Alzheimer). Die Umweltkomponenten spielen hierbei ebenfalls eine Rolle.

Noch vor 100 Jahren erkrankten oder starben die meisten Menschen an Infektionskrankheiten wie z. B. Tuberkulose, Typhus oder Kinderlähmung. Mangelnde Hygiene und fehlende Medikamente leisteten diesen Krankheiten Vorschub. Der gewaltige medizinische Fortschritt  hat unsere Lebenserwartung seither ständig erhöht, und die Krankheiten, an denen Europäer am häufigsten sterben, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Multifaktoriell, d.h., genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und im Laufe des Lebens erworbene Veränderungen im genetischen Material spielen in unterschiedlicher Kombination eine Rolle bei Ausbruch und Verlauf dieser Krankheiten. Ein erhöhtes Risiko kann genetisch bedingt sein und langfristig einwirkende Umwelteinflüsse (Ernährung, Rauchen, Chemikalien, Strahlung) bringen die Krankheit zum Ausbruch. Umgekehrt ist auch vorstellbar, dass schädliche äußere Ursachen zu Veränderungen im genetischen Material führen.

Die Theorie, dass Krankheiten eine Art Ur-Ursprung in einer Psora hätten, konnte nicht nachgewiesen werden. Es ist noch nicht geklärt welcher Krankheit die Psora (Tsora)  in den biblischen Schriften entsprach.Die berühmteste frühhistorische Quelle über die Krankheit Lepra ist das Buch Levitikus im Alten Testament. Im Kapitel 13,1-46, taucht der Begriff Tsaraath auf, der mit Aussatz übersetzt wurde. Für ihn gilt jedoch nicht die heutige Begriffsdefinition der Lepra; er ist vielmehr als Sammelbegriff für verschiedene Hautveränderungen zu verstehen.
War die Psora  Lepra, Vitiligo, Psoriasis oder...?

 

Die chronische Krankheiten

Im § 204 erwähnt Hahnemann 3 Miasmen: Die Psora, die Sycose und die Syphilis. Wir können davon ausgehen, dass die Menschheit mit diesem ursprünglichen Übel verseucht waren, was im Lauf der Jahre mit der Tuberkulose,  der Parasitose und der Carcinogenie noch “angereichert” wurde. Diese ursprünglich realen Krankheiten haben möglicherweise unseren Genen “eine Art Stempel aufgedrückt”  und ihr Unheil über Generationen fortgesetzt.

Die Psora oder Ur-Mutter aller Krankheiten wurde ursprünglich mit den Krankheiten Krätze(= Scabies), Lepra, Tuberkulose, Grippe nach Neergaard oder mit dem Krankheitsverlauf des Erregers Siphonospora polymorpha nach W.V. Brehmer verglichen. Die Sykose wurde der Gonorrhoe, die Syphilis dem Schanker  gleichgesetzt.  Die Diskussion bezüglich des Ursprungs der Psora bleibt weiterhin offen. Die Psora konnte auch die Syphilis gewesen sein. (s. unter Syphilis und ihrer historischer Verlauf).

Kann eine überwundene Infektion (wie die Gonorrhoe oder Syphilis) als Ursache für ein Fortschreiten der Miasmen angesehen werden, dann wenn sie nicht mit der eigenen  Immunabwehr geheilt  wurde oder aber mit ausgewählten Homöopathika ausgeheilt wurde? Wenn diese Krankheit beispielsweise mit allopathischen Medikamenten oder Salben “vertrieben wurde oder deren Komplikationen nur schwer mit  Medikamente in den Griff zu bekommen waren oder gar bleibenden Schaden hinterliessen.

Aus meiner Sicht sind erstaunliche Ergebnisse zu erwarten wenn man eines Tages  in der Lage sein wird, den genetischen Abdruck eines Menschen noch besser in dieser Hinsicht zu erfassen und seine Veränderung im Laufe der Jahre besser zu entschlüsseln. Äußerst interressant in diesem Zusammenhang ist auch die Auswirkung einer fremden Bluttransfusion. Welchen Patienten haben sie dann vor sich? Die ursprüngliche Person oder eine “gemischte” Person ? Welche Ursprungsdaten bzw. welche genealogische Vergangenheit hat der Patient vom fremden Blut übernommen? Welche Miasmen?  Hat die Bluttransfusion überhaupt einen pathologischen Einfluss auf den Mensch ? Welche Mutationen erfolgen im zeitlichen Verlauf?

Miasmen können gleichzeitig bei einem Patient auftreten. Sehr irritierend für viele ist die Tatsache, dass keine Erreger im Blut nachweisbar sind. Eine Gensequenz   kann sich jedoch auch im Lauf der Jahre über Generationen hinweg pathologisch so verändern, daß es zu Krankheits-Merkmals-Ausbrüchen kommt.

Begriff der Unterdrückung bei Hahnemann: Hat die Behandlung einer äußerlichen oder innerlichen Krankheit mittels Salben, allopatischer Arzneimittel (Cortison,  Antibiotika) eines chirurgischen Eingriffs oder  falsch eingesetzter Homöopathika stattgefunden, so gilt die Krankheit  als scheinbar geheilt, schreitet jedoch meist im Inneren weiter. Häufig ist das Ausbrechen einer Folgekrankeit, die noch schwerer zu behandeln ist. Beispiel: Die Neurodermitis eines Kindes wird scheinbar erfolgreich mit einer Hautsalbe therapiert jedoch erkrankt das Kind einige Jahre später an Asthma. (Nach meiner Erfahrung bestätigt sich dieser, sogenannte Etagenwechsel, jedoch selten).

 

Zusammenfassung der 3 Miasmen Psora-Sykose-Syphilis nach Hahnemann:

Die Psora
Die Psora entspricht einem zentrifugalen Reaktionsmodell, einem Mittel des Organismus, die Symptome in Richtung der Peripherie zurückzudrängen. Es handelt sich um eine Krankheit explosiver Natur mit periodischer Rückkehr der Krisen. Ausbrüche blasigen Typs, die die Schleimhäuten und von den seröse Organenteil befällt, mit morbidem Wechsel und Tendenz zum Parasitismus.
Die Psora wird dem Mangel zugeordnet. Sie lässt sich unterteilen in die latente, die aktive und die erschöpfte Form unterteilen. Ihre Symptome können in der Familie gehäuft oder einzeln auftreten.
Beispiel: Die Migräne kann psorischer Art sein, bei periodischer Wiederholung der Symptome

Die Sycose
Im Gegensatz zur Psora, die sich als explosive, erbliche Krankheit erweist, installiert sich die Sycose im Laufe des Lebens langsam. Es ist eine Reaktion auf eine Art Invasion im Inneren. Sie manifestiert sich in der Stagnierung der Symptome. Ihre Hauptmerkmale sind: Fettleibigkeit, Katarrhe mit gelblichem Ausfluß, chronischer Befall  der Schleimhäute (besonders der Geschlechtsteile), langsame bis stehenbleibende körperliche Entwicklung.
Eine Verschlimmerung wird meist durch feuchte Kälte hervorgerufen. Häufig treten gutartige Tumoren (Warzen, Condylomes, Fibromen) auf. Im übrigen stammt der Begriff Sycose vom griechischen "sucos", der Feige ab, in Anspielung auf ihr wucherndes Wachstum.

Die Syphilinie-Syphilis-Lues
Die Lues ist eine Reaktion des Körpers, die sich von der Peripherie in Richtung der lebenswichtigen Organe wendet. Sie ist verantwortlich für läsionnelle Krankheiten, die sich durch Zellzerstörung und unterschiedliche Geschwürbildungen auszeichnen. Sie kann das Resultat der beiden beiden vorgenannten Krankheiten sein, insbesondere dann, wenn die Psora bzw. die Sykose nicht rechtzeitig behandelt wurden.
 

Die Beschreibungen werden auf die einzelne Seiten geschildert:

Die Psora

Die Sycose

Die Syphilinie-Syphilis

Nosoden

Nosoden (von griechisch nosos, Krankheit) sind homöopathisch aufbereitete und hochverdünnte Mittel. Sie werden aus pathologisch oder krankhaft verändertem Material hergestellt. Typische Ausgangsstoffe für diese speziellen Arzneimittel können sein: Blut, Eiter, Sekrete, Krankheitserreger, Impfstoffe oder gar Hormone.
Zu beachten ist, dass Nosoden nicht mit den heutigen Impfstoffen gleich zu setzen sind und nicht mit diesen verwechselt werden dürfen.

Leider werden Nosoden häufig mit Miasmen-Behandlung verwechselt. Auch, wenn die Namen der Nossoden nach den Name der Miasmen klingt sollten diese Arzneien immer unter dem Gesichtspunkt des Ähnlichkeitsprinzipes gewählt werden.

Ausschnitt ein Paar sehr bekannten Nosoden:

Carcinosium, Influenzinum, Luesinum, Lyssinum, Medorrhinum, Psorinum, Syphilinum, Tuberkulinum.

http://www.homeoint.org/seror/nosodes/schmidt.htm gibt eine komplete Liste davon.

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